Leihweise tolle Preise !

Preise zu verleihen

Weil im anderen Blog die Rede vom themenvermischten preisverliehenen Film ist, den man momentan in den Medien lobpreiset, hier nun etwas zu den Preisverleihungen selbst. Schließlich betreiben wir, als Weltmeister in allem, ein ständiges „auf die eigene Schulter klopfen“. Nach dem Motto : „wenns keiner macht, dann eben wir.

Manche Preise werden geliehen :

Was bedeutet, sie müssen im kommenden Jahr an andere gegeben bzw. zurückgegeben werden. Beispielsweise gewisse Wander-Pokale, die aber nix mit Wandern zu tun haben.

Andere Preise werden beliehen :

Falls diese etwa mit Preisgeldern versehen sind, kann man sie auch beleihen. Was natürlich nur vor einer verleihung Sinnmacht. Denn wenn man gepriesen wurde, hat man die Preiskohle. Es sei denn, es wird weggepfändet.

Viele Preise werden verliehen :

Wobei zwar klar ist, dass im nächsten Jahr evtl. jemand anders den Preis – wofür auch immer – bekommt. Insofern steht er zwar real im Regal, wird aber demnächst wieder verliehen. Es solch so macnher sich einen Preus ins regal gestellt haben, den er sich ausgeliehen hat. Das verhält sich ähnlich, wie das tietelkopieren.

Bei der Preisgestaltung in unseren Shoppingmeilen hat man öfters das Gefühl, dass dort ausgeschriebenen Preise nur vorübergehend ausgeliehen sind, denn manche tauchen periodenmäßig auch in anderen Läden auf und haben die Anmutung einer Prämierung. Um das zu bezahlen, muss man wohl sein Hab und Gut in die Pfandleihe verfrachten, um sich mit dem erzielten Leihpreis den Strunz & Protz leisten zu können.

Apropo : „leisten können“. Wir leisten uns alleine in Teutonia jährlich mindestens 44 mediale Preisverleihungen fragwürdiger Provenienz. Da sind wirklich preiswürdige wissenschaftliche und kulturelle noch garnicht erwähnt. Seit wir, auf der Schleimspur amerikanischer Unkultur, das Bildchen gucken dem Lesen und Denken vorziehen, sind Movies als Entertainment an vorderste Stelle in moderner Freizeitgestaltung gerückt. Was natürlich gravierende Folgen für jedwede geistige Haltung bzw. Einstellung hat. Bekanntermaßen können sich Lemmikaken der Faszination bewegter Bildchen nicht entziehen und glotzen, bei jeder sich bietenden (oft unangebrachten) Gelegenheit auf Dischblähs oder Bildschirme. Was natürlich die Politik und der Konsumterror weidlich ausnutzen, um heftigst zu manipulieren und zu verkaufen.

Es hat also schon ein äußerst herbes Gschmäckle, wenn vermeintliche Kulturschaffende, sogenannte Künstler (Kunst kommt doch von Können ?), Filmschaffende, Möchtegern-Stars und XY-Promies nebst anschleimenden Politschranzen, sich am laufenden Band irgendwelche Preise verleihen lassen. Und ich rede da jetzt nicht von unseren wirklich preiswürdigen Künstlern und Kulturschaffenden, welche adäquate Leistung oder Oevres schufen. Die Frage dabei scheint zu sein, wer bestimmt, wählt aus und kürt denn solche Preiswütigen ääähhh –würdigen ?

Man würde eigentlich davon ausgehen, dass dies eine sachversierte und fachkompetente Jury macht, die im Genre erfahren ist und sich auskennt. Und da bitteschön, unabhängig von Best-Selling oder gar wirtschaftlichen Prämissen. Dem ist aber offensichtlich nur bei den wenigsten Preisverleihungen so. Da man Verkaufserfolge und Publikumslieblinge auch per Ranking und Klicks heute im Internet verfolgen kann, so wäre eine feierliche Preiswürdigung mancher Absonderungen und Juhuutuben-Auftritte eigentlich weder notwendig, noch angebracht. Da reicht das Dumpfbacken-Ranking der konsumgeilen Lemmikaken.

Also sind diese Hochglanz-Events nur Eigenwerbung, Strunz & Protz und verkaufs-optimierende Marketingaktion. „Eigenlob stinkt“ sagt der Volksmund, aber bei diesen Feten dürfte es eher am massiv duftenden Parfüm der Damen liegen, wenn Mücken von der Decke fallen. Ganz schlimm wird es aber, wenn da Auswahl und Preiswürdigkeit zu hohem Anteil unserem Publikum überlassen sind. Dies alles hat doch Ursachen und auch Auswirkungen :

*  Das breite (wovon auch immer ?) Publikum ist oft fachlich inkompetent und hochgradig manipuliert. Was bedeutet, es stimmt nach einem Gusto ab, der massiv durch Werbung etc. beinflusst wird.

Übrigens Ausnahmen bestätigen die Regel und haben mit Signifikanz wenig am Hut.

*  jedem gewöhnlichen Massenpublikum fehlt es i.d.R. an Bildung, Sachkenntnis und fachlichem Blickwinkel, um etwa preiswürdiges Schaffen zu erkennen, zu bewerten oder zu würdigen. Denn es  gibt jenem Plakativen, wie z.B. „Hauptsache Knall, Peng, Bumm“ oder „Sex sells“ eindeutig den Vorrang.

Am besten ist es, wenn im vorher werbenden Trailer nur die 3 Szenen zu sehen sind, wo es heftig zur Sache geht, man im Film dann aber selig entschlummert.

* die Verkaufs- oder Besucherzahlen sagen keinesfalls etwas über kulturelle Qualität eines Oevres aus. Im Gegenteil. Schlichte Wohlgefälligkeit, wohlfeile Denkersparnis, plakative grellbunte Bilder und dröhnende Handlungsstränge, die ein Sechsjähriger als blöde bezeichnete, beeindrucken die Massen. Wobei gesagt werden muss, dass digitale Möglichkeiten heute zwar immense kreative Formen ermöglichen, aber auch ent-sprechend eingesetzt werden sollten. Reine Anhäufung von Crashs, Schrotthaufen, Weltraummüll oder Katastrophen-Szenarien (in Film und Buch bzw. Comic) werden zwar von vielen jener Dumpfbacken bevor-zugt,  sind jedoch kaum kulturell erstrebenswert oder preiswürdig.

Es reicht vollkommen aus, wenn der EK(Herstellungskosten) vom VK (Besucherquoten) des Werkes – hoffentlich – mehrfach überholt wird und somit das Ranking anführt. Das betrifft Buch-Bestseller, Filmchen und Musik. Wobei das Augenmerk dabei mehrheitlich auf der E-Musik bzw. den Songcharts liegt.  Zu Verleihenden und Beliehenen in unserem Preisverleihungswahn gibt es einige Denkanstöße oder an-denkbare Grundsätze :

* Nimmt man die zuvor erwähnten, offensichtlichen Umstände, so dürfte doch die Zustimmung solchen Publikums für Verkaufszahlen vielleicht gut sein, für ein künstlerisches, kulturelles Image (könnte man auch Niveau nennen) nun eher kontraproduktiv ?

 

* Wer doch als preisgeiler Profilneurotiker (man sagt so manchen Schauspielern solches nach. Politikern sowieso) sich Bewertung aus solch unberufenem Munde aussetzt, dessen Niveauanspruch an die eigene Preiswürdigkeit kann nicht sehr hoch sein. Hauptsache man ist in den Medien ? Vonwegen „berufen“ : „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.“ Andererseits folgt unser Volk in seinem genbedingten Untertansbewusstsein nur zu gerne einem Ruf. Früher dem „zu den Waffen“, heute zu „Fun &Spass bei Oktoberfest, Malle und Fussball“ und, falls jener in den Medien erhallt,  eben : „zu der Abstimmung bei jedweder Art von Ranking oder TV-Auswahl

Eventuell ist es einigen entgangen, aber jenes Verhältnis zwischen Verleihenden und Preisempfängern bzw. Belobigten ist wie folgt :

* Wer (egal, ob Akademie, Initiative oder Kulturamt) jemanden lobt, würdigt und bepreist, verleiht sich ja selbst damit ein höheres Niveau (in dem Falle Imidsch). Denn es soll inkludieren, dass man in der Lage sei, Qualität oder Hochwertiges zu erkennen bzw. zu beurteilen. Also Fachkompetenz habe.

Betrachte man so manche Jury im TV (z.B. bei Bohlen) so kann man sich ausrechnen, welcher Art von künstlerischer Qualität die Erwählten haben.

*  Im Gegenzug nehmen diese Gepriesenen für sich nun einen entsprechend hochpreisigen Status ein, der ihnen solches Niveau im Kulturbetrieb verpasst, welches sie vermeinen zu haben. Und selbstverständlich ihren Verkaufswert steigern sollte.

„Mehr Schein als Sein“ ist angesagt ! Es lebe die Profilneurose !

*  Was andersherum besagt : „Ich bin auf kulturell hohem Level und die von mir beliehenen Protagonisten selbstverständlich auch. Was sowohl meine, als auch die Wichtigkeit der Preiswürdigen anhebt.“

Soweit, so gut, wenn dem wirklich so ist. Aber….

* Es dürfte auch klar sein, dass die Prämierung durchschnittlicher Leistung oder etwa partielles Fehlen künstlerischer Qualität der Gewürdigten ein entsprechend bescheidenes Licht auf die Verleihenden und vormals Beliehene wirft. Und das, wo doch der Bühnenspot bzw. das Licht der Öffentlichkeit so wichtig für alle Beteiligten ist ?

ausserdem sei erwähnt :

*  Glanz und Gloria (Prominenz) soll ja auf andere abfärben. Wenn sich aber diese unten Sitzenden und die oben Bedankenden gegenseitig im vermeintlich strahlenden Promischein sonnen, hat das schon etwas von Lächerlichkeit. Nichts desto trotz handelt es sich dabei absolut um jenen berühmten : „Tanz ums goldene Kalb“.

genau so wie :

* Die Massierung all dieser sogenannten Wichtigmacher mit  Preisverleihungen, lässt aber erkennen, dass man es offensichtlich nötig zu haben scheint ?Offenbar befinden wir uns in Teutonia doch im Jammertal bildungsferner Konsumenten, in der Tiefgarage für niveauloses Entertainment und auf jenem Schrott- bzw. Müllplatz geistigen Kulturgutes, dass wir so dermaßen viele Preise verteilen ?  Denn gepfleg-ter und interessanter Unterhaltung sind wir, als ehemaliges Land der Dichter und Denker, offensichtlich kein Weltmeister. Im TV-Bereich schon mal garnicht ! Auch das können andere Nationen besser.

Wie wäre es denn, wenn diese Herrschaften unserem Publikum in Teutonia Preise verleihen, denn es zahlt schließlich für dieses sogenannte Entertainment. Auch da gäbe es diverse Sparten :

*  Ausufernde Geduld mit grenzwertigsten „Formaten“.

(sorry, dass ich dies Wort dafür benutze, obwohl diese Unsäglichkeiten jeglichen qualitativen und somit preiswürdigen Formates entbehren)

* Manipulationsbereitschaft  „wider besseres Wissen“.

(wobei gerade Letzteres leider ohne Publikumsjoker kaum möglich scheint ?)

*  Verdrängung jedweder geistigen Auffassung bzw. wahrnehmungsgeschädigte Fassungslosigkeit.

(Diese Sparte bedingt allerdings eine gewisse geistige Verfassung, auch wenn zum Konsum gewisser Oevres selbige wurscht ist. Hauptsache Bier & Chips vorhanden ! )

*  Schmerzempfindlichkeit und Bewusstseinsvernebelung

(Erste fällt gelegentlich unter justiziable geistige Körperverletzung. Zweitere kommt nicht vom Rauchen, da mittlerweile wohl verboten bzw. eine Erweiterung würde an besagten Inhalten grenzwertig sein.)

*  Geschmacksverwirrung und Urteilsunfähigkeit

(Zu ersterer ist Vorhandensein von Geschmack unabdingbar. Da jedwedes Ranking in den Medien von Produzierenden und Verleihenden selbst propagiert und plakatiert wird, bleibt der manipulierten Dumpfbacke ein eigenes Urteil erspart.)

Ach, was waren das noch für tolle Zeiten, als klerikale Redner und obrigkeitshörige Bildungsvermittelnde (schön genderkorrekt) noch skandierten : „Lobpreiset ……(wen auch immer ?)“. Heute würde ja dieses lauten : „Preiset die Armen im Geiste, denn ihrer ist das mediale Sky-Areal (Himmelreich), die Pfründe kultureller Absonderungen, gehyptes pseudo-prominentes Imidsch von XY-Sternchen und die Gunst spätverdauender Lemmikaken und Manipulationsgeschädigter.

Eine unsere jährlichen Strunz & Protz-Events im Deutsprachigen Raum:

Amadeus-Verleihung 2018, Ballon d’Or 2018, Bambi-Verleihung 2018, Internationale Filmfestspiele Berlin 2018, Critics’ Choice Movie Awards 2018, Deutscher Comedypreis 2018, -Fernsehpreis 2018, -Filmpreis 2018,  – Musicalpreis 2018, -Schauspielpreis 2018, Echoverleihung 2018, Europäischer Filmpreis 2018, Faustverleihung 2018, FIFA-Weltfußballer des Jahres 2018, Goldene Himbeere 2018, Goldene Kamera 2018, Grimme-Preis 2018, Independent Spirit Awards 2018, Ingeborg-Bachmann-Preis 2018, MTV Europe Music Awards 2018, MTV Video Music Awards 2018, Verleihung des Nestroy-Theaterpreises 2018Österreichischer Filmpreis 2018, Österreichischer Musiktheaterpreis 2018, Primetime-Emmy-Verleihung 2018, Romyverleihung 2018, Sportler des Jahres 2018 (Deutschland), Wind Music Awards 2018  uvm…

Und alle Länderpreise in unserem Kultur-Föderalismus wie z.B: Deutscher Lehrerpreis,  -Nachbarschaftspreis, -Bildung &Begabung Preis, -Denkmlapflegepreis, -Nachhaltigkeits-preis…  uvm. Ausserdem noch reginale bzw. Städtebezogene Preisverleihungen. Es soll sogar profesionelle Preisverleiher bzw. nun Rankingspezialisten geben, die für unsere Öffentlichkeits-Manipulation und diverse Institute solche Rankings- und Bewertungs-listen erstellen. Von den Umfrageinstituten einmal ganz abgesehen.

Wer weiß….  Vielleicht ist der Preis wirklich so heiß ? Zumindest machen einem die Medien das weiß.  Wattn blöder Sch….. !

H.H. ex FOR SALE   copyright by River & Sea Maritim 2019

 

 

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Die Griechenland-Deals

Weil es mit tierisch auf die Nüsse geht, wenn schon wieder thekenmäßig herumgelabert wird.

Reparation oder Reparatur !

Weil einige Wohlstandsbürger und braune Gesinnungsdröhner zu oft weder aus der Geschichte, noch aus der Erfahrung, lernen und jener Publikumsjoker ( BLÖDzeitung oder Thekenparole genannt)  sowieso nur Populistisches bringt, sei ihnen hier nochmals geholfen. Aber zu Beginn möchte ich ganz laut und deutlich sagen :“Die GRIECHEN“, also das Volk auf der Strasse, hat wohl kaum was bzw. alles vom sogenannten Rettungsschirm erhalten. Da sind wieder diverse Gelder in Taschen korrupter Politiker und Banker, also uns wohlbekannter Geschäftsfreunde, gelandet.

Hier geht es um jene Gelder welche von Deutschland, als Kriegsverlierer und vormalige Besatzungsmacht, zu zahlen wären; die aber mit einer, quasi Anzahlung oder Abfindung, angezahlt und weiterhin auf die lange Bank (kleiner Wortgag, aber zutreffend. Da verhält es sich, wie mit den Überweisungen, die 5 Tage brauchen. Man muss nur hochrechen, wie viele Zinsen und Deals die Banken in der Zeit einfahren)  geschoben wurden. Obwohl wir Millionen an Steuergeld verschwenden, korrupte Politschranzen und Amigos sich selbst bedienen und Überschüsse in Milliardenhöhe da sind, wird Schlaraffia sauer, wenn da jemand Geld haben will. Zur eventuellen Berechtigung von Forderung bzw. Anmahnung etwas Historie…es geht :

*  um  Kreditverträge (1942) zwischen Griechenland und deutscher Besatzungsmacht. Diese zinslosen Darlehen dienten der Finanzierung in Griechenland stationierter Wehrmacht. Laut Bericht des Auswärtigen Amtes (12. 4. 45) hat die Bank von Griechenland 476 Mio. RM an die deutsche Reichsbank überwiesen. Diese Summe inklusive Zinsen soll Deutschland nun an Griechenland zurückzahlen.

* Das Pariser Reparationsabkommen vom 14. 1. 1946 sprach Griechenland 2,7 % der gesamten Reparations-zahlungen zu. Damit sollten sämtliche Regierungsansprüche inklusive der Besatzungskosten abgegolten werden. Kreditverträge und Ansprüche gegen die Reichskreditkassen wurden da explizit als Besatzungskosten deklariert. Deutschland zahlt daraufhin in den nächsten Jahren 25 Mio. Dollar an Griechenland

* 1953 verschob ein sogenanntes Londoner Schuldenabkommen die Regelung der deutschen Reparationen auf „nach Abschluss eines förmlichen Friedensvertrages“. Zwischen der BRD und dem Dreimächteausschuss (USA, Großbritannien, Frankreich) wurde damals ein für 22 von 60 Gläubigerländern gültiges Abkommen geschlossen, dass Regelung der deutschen Auslandsschulden vorsah – und zwar die, die nach dem 1. und 2. Weltkrieg entstanden waren. Deutschland vereinbarte anschließend, zur Wiedergutmachung für NS-Unrecht, gegen Ende der 50er Entschädigungsabkommen mit 12 Ländern.

Das macht nach Adam Riese bei zuerst 60 Gläubigerländern noch einen Restbestand von 60 – 22 – 12 = 26 Länder mit etwaigem Anspruch auf Reparationszahlungen ?  Wie man hört haben wir sowieso bis 2020 noch bisher angemeldete Leistungen zu erbringen. Nun kommt wieder Griechenland, Polen, Namibia und sogar Tansania ?

* 7 Jahre später(1960) schlossen Deutschland und Griechenland einen bilateralen Wiedergutmachungsvertrag, in dem Deutschland – bei Zahlung von 115 Mio.DM –  die Zusage Griechenlands erhielt, keine weiteren individuellen Ansprüche  griechischer NS-Opfer geltend zu machen.“

* „Zahlung zugunsten der (aus Gründen von Rasse, Glauben oder der Weltanschauung von nationalsozialistischen Verfolgungsmaßnahmen) betroffenen Staatsangehörigen, die durch diese Verfolgungsmaßnahmen Freiheitsschäden oder Gesundheits-schädigungen erlitten haben, sowie besonders auch zugunsten der Hinterbliebenen „der infolge dieser Verfolgungsmaßnahmen Umgekommenen“..

In dem Schriftwechsel der Vertragsunterzeichner (18.3.60) wurde festgehalten, es seien „alle den Gegenstand des Vertrages bildenden Fragen im Verhältnis der BRD zu (dem anderen Staat) abschließend geregelt“, d. h. im Gegenzug verzichtete Griechenland auf weitere Forderungen zur Entschädigung der Opfer nationalsozialistischer Verfolgung.

Nun können sich braune Gesinnungsgenossen und satte teutsche Lemmikaken mit Finanzjongleuren ja darüber streiten, ob der Verzicht von NS-Opfer-Befriedigung einer anerkannten Kreditschuld für Besatzungskosten gleichzusetzen ist. Für das normaler Empfinden sind das zwei paar Schuhe.

* Die BRD verweist auf den 2+4-Vertrag 1990. Ganz so eindeutig, wie es die Regierung darstellt, ist jedoch das Juristische nicht. Einerseits ist zweifelhaft, ob der 2+4-Vertrag (sollte das Verhältnis der BRD zu anderen Staaten nach Wiedervereinigung  regeln) auf die Kreditverträge überhaupt Anwendung finden kann ? Andererseits hat Griechenland selbst den Vertrag niemals unterzeichnet, sondern – neben der BRD und DDR – u.a. Frankreich, Sowjetunion, Großbritannien und USA.Das Dokument schweigt auch zum Punkt der Reparationszahlungen ! Der Vertrag, der zur deutschen Wiedervereinigung geschlossen wurde, behandelt das Thema Reparationen nicht explizit.

Gewöhnlich werden in einem Vertrag nicht enthaltene Dinge auch nicht geregelt. Es geht also um die fehlende Beteiligung Griechenlands am 2+4-Vertrag. Griechenland wurde daher, als Nichtvertragspartei, in seinen Rechten beschnitten.

Deutsche Zahlungsverweigerer meinen :

*Allerdings nahmen KSZE-Staaten (auch Griechenland) in der Charta von Paris „mit großer Genugtuung“ Kenntnis vom Moskauer  2+4-Vertrag. Dies könnte als eine Genehmigung des Vertragsinhalts und somit auch als Zustimmung Griechenlands verstanden werden.

Wer nicht mitmacht, ist automatisch einverstanden ? Hat das nicht gerade eine unserer Politschranzen in Bezug auf „Selbstbestimmungsrecht eines jeden auf seinen Körper“ gebläht ? Was ist denn das für eine seltsame Rechtsauffassung ?  Gesinnungsneutrale und mitdenkende Europäer meinen :

* Juristisch geht es im deutsch-griechischen Reparationsstreits um Rechtsdefinition griechischer Zwangskredite. Reparationszahlungen beziehen sich nur auf : „während des Krieges verübtes Unrecht“. Sollte es sich bei diesen Kreditverträgen jedoch nicht um Unrecht (z.B. das an NS-Opfer) handeln, so würde dies ausserdem den Rückgriff auf den (sowieso anzuzweifelnden) 2+4-Vertrag und damit das Londoner Moratorium verwehren.

Da offensichtlich Griechen und Deutsche zwar andere Regierungen, andere Ansicht zu Umgang und Verwendung von Geld, oder überhaupt differenzierte Lebenseinstellung haben, bestehen anscheinend auch unterschiedliche Rechtsauffassungen.

*  Athen : ist der Auffassung, dass diese Kreditverträge ein bilaterales Abkommen zwischen zwei Völkern  sind, welche kraft ihrer Souveränität solche Vereinbarungen treffen können. Danach wäre Rückzahlung eine Frage der Fälligkeit.  Also müssen die 476 Millionen RM ja zurückgezahlt werden, allerdings ohne Verzinsung, da dies explizit nicht Bestandteil der Verträge war.

Ohne diese, zuvor bereits erwähnten, vertraglichen Unsäglichkeiten negieren zu wollen, ist solche Argumentation doch ein Eigentor. Entweder bin ich besetztes, drangsaliertes Land und werde diktatorisch gezwungen einen solchen fragwürdigen Kredit auch noch zinslos zu tätigen – nennt man wohl „Raub“ (diesmal nicht „der Sabinerinnen“) – oder ich bin souveräner Staat, welcher freiwillig finanzielle Geschäfte mit dem Kriegsverlierer macht. Was, bei allem Argumentations-Stuss, nichts daran ändert, das die vertragliche Situation mehr Zahlungen erforderte.

*  Berlin : Die Finanzierungslast der Besatzungskosten trägt laut § 49 der „Haager Landkriegsordnung“ der besetzte Staat. Kredite dienten der Besoldung von den Wehrmachtssoldaten, also zweifelsfrei Finanzierung der Besatzung.

Das wurde als Anspruch in Paris 1946 bereits geklärt. Wobei jenes Volk im besetzten Staat wohl niemand gefragt hat ? Ich amüsiere mich ja jedesmal, wenn der „teutsche Michel“ sich (selbst nach verlorenem Krieg) in solchen Dingen auf  „Landkriegsordnung“ o.ä.  bezieht. Auch heute ist bei uns der Umgang mit Krieg, Tod, BW und Soldatenden an Lächerlichkeit, Sinnlosigkeit und sprachsinnlicher Blödheit hier kaum zu überbieten.

* Gegen einen Vertrag auf Augenhöhe, wie von Athen angeführt, spricht vor allem der Umstand, dass es sich um ein zinslos gewährtes Darlehen handelt und ein besetztes Land für gewöhnlich nicht freiwillig die Kosten der eigenen Besetzung trägt.

Sach ich doch !  Diese BRD ist jedoch ein glänzendes Beispiel dafür, wie man Gelder auf finanziell blödeste Weise zahlt. Z.B. Golfkrieg, Lehmann Brothers etc etc…

* Somit stellen sie abgenötigte Zwangskredite dar, die zwar mit Haager Kriegsrecht vereinbar, dennoch in Kategorie reparationsfähiger Kriegshandlungen sind. Und als solche hätten sich mit dem Moratorium sowie dem 2+4-Vertrag bereits erledigt.

Bevor man jetzt weiter diskutiert, sollte doch die monitäre Lage geklärt sein. Was hat Deutschland bisher an Reparatur gezahlt und was wäre – bei Umrechnung Reichsmark in Euro – denn eigentlich überhaupt noch offen ? Wenn jemand da vielleicht zu anderen Ergebnissen kommt, erbitte ich Berichtigung.

Schuld 476.000.000  Mio. Reichsmark = 24.337.493,54  €  –   beim Kurs : 1000000  RM = 51.129,19 €

Gemäß § 16 Abs. 1 UmstG (Drittes Gesetz zur Neuordnung des Geldwesens (Umstellungsgesetz) vom 20. Juni 1948) werden zudem „Reichsmarkforderungen grundsätzlich mit der Wirkung auf Deutsche Mark umgestellt, daß der Schuldner an den Gläubiger für je zehn Reichsmark – eine Deutsche Mark zu zahlen hat.“

Das wäre dann auch ca…  47,6 Millionen DM =  24.337.493,-  €

* Zahlung 1953  = 35 Millionen Dollar  –  =  147 Millionen DM = 75,159  €

Zugrunde liegender Wechselkurs: 1 DEM  =  0,511292 EUR –  1 $ = 4,20 DM…

* Zahlung 1960 = 115 Millionen DM =  58.798.566,34  €

Umrechnung von DM in Euro: x DM = (x / 1,95583) Euro –  1 DM = 0,51 € (gerundet)

 

Also Kreditschuld =                                        24.337.493,54  €

gezahlt = 1953…                                                       75,159  €

Verbleibender Rest                                        22.262.334,00 €

Reparationsgelder gezahlt   1960  =           58.798.566,34  €

Das hat so jedoch eigentlich nichts mit den sogenannten Rettungsschirmen zu tun, die offensichtlich (wie auch in der BRD selbst) nur zur Banken-, Konzern- und Finanzen-Rettung getätigt wurden. Beim Volk in Griechenland, also „den Griechen“, scheint dabei nur wenig angekommen zu sein ? Was die Deutschen und Griechen (sorry… jeweils deren korrupte Politiker und Finanziers) nicht daran hindert, weiterhin fette Deals miteinander zu machen. Insofern juckt es deutsche Konzerne eher wenig, wenn da nun irgendwelche Kriegsschulden gezahlt werden. Erstens wird es sowieso von Steuergeldern gemacht und zweitens haben die Griechen dann wieder Kohle, um ihre Deals zu bezahlen.

Damit man versteht, wie das Ganze abgelaufen ist und immer noch gehandhabt wird, zu Gedächtnis-Auffrischung und zum Verständnis der Wut vieler Griechen, im Folgenden zu lesen :

Zu dieser Krise bzw. dem drohenden Staatsbankrott hat Deutschland nicht unerheblich beigetragen. Die Behauptungen deutscher Wohlstandsbewahrer : „Die Griechen sind selbst schuld an ihrem Elend“ ist an Überheblichkeit, Dummheit und Vertuschung nicht zu überbieten. Berlin hat zwar dies Spardiktat erhoben und Athen gezwungen, seinen Haushalt zu minimieren, aber andererseits sogar fragwürdige Waffendeals mit nachgewiesener Korruption abgesegnet und unterstützt. Das ist impertinente politische Doppelzüngigkeit und Meinungsmache vom Feinsten. Und die Medien machen dieses Spektakel mit.

Man verbreitet öffentlich, dass „arbeitsscheue Griechen“ nur darauf aus seien, uns fleißigen Teutonen die Kohle aus der Tasche zu ziehen. Mit populistischen Ausagen zum griechischen Abgreifen z.B. Rente etc. versuchte man das eigene Versagen in Bezug auf Europa-Krise zu bemänteln. Wer in Griechenland abgegriffen hat, Steuern verweigert und Gelder zu unrecht annektiert hat, wussten bei uns sowohl Regierung, als auch die Medien. Man war schließlich auch „best friend“ der fetten Reeder, welche Griechenland mit vor die Hunde gehen ließen. Zum Schluss , von deutschen Kommissionsberichten (Rüstungsexporte müssen in der BRD durch die Regierung genehmigt werden) gestützte, Fakten :

* Zwischen 1999 und 2009 wurden aus der BRD mehr als 700 Kampf-panzer und Haubitzen geliefert. Ausserdem Schiffe, U-Boote, Flugzeuge.

* 2005 – 2009 lag  lag Griechenland im Waffenimport weltweit nur hinter China, Indien, Vereinigte Arabischen Emirate und Südkorea.

* Die Bundesregierung hat 2010 in Höhe von 35,8 Mio. € Waffenlieferun-gen nach Griechenland bewilligt.

* Von allen europäischen Ländern hat Griechenland (an Bevölkerung ge-messen)  den höchsten Militärhaushalt. Etwa 7 Milliarden Euro, ca. 3 % des Bruttosozialprodukts. Somit mehr als das Zweifache des deutschen. Laut der Hamburger „Zeit“ soll der Sozialhaushalt Griechenlands in diesem Jahr um weitere 9 % schrumpfen, der Verteidigungshaushalt aber um 18 % steigen !

Übrigens gibt es wegen all dieser Waffengeschäfte Prozesse wegen Korruption und Bestechung auf beiden Seiten. Dies wurde u.a. auch von uns mehrfach berichtet. Wenn man mir nun etwas von Wirtschaft etc. vorlabern will, so möchte ich darauf hinweisen, dass Griechenland und Türkei zwar beide in der NATO sind, aber aus alter Rivalität und traditionellem Streit ein ständiges Wettrüsten abhalten. Obwohl die BRD seit langem propagiert, den Europäischen Frieden zu bewahren, hält das in unserer Regierung niemanden davon ab, die sogenannten Gegner (auch in anderen Regionen !) mit Waffen zu versorgen. Die BRD exportierte 2002 – 2009 auch Waffen für 13,7 Milliarden Euro in die Türkei.

Insofern ist es impertinent und frech, uns Bürgern etwas von „den faulen Griechern“ erzählen zu wollen und die konsumgeilen Dumpfbacken der gutgläubigen Masse mit populistischen Sprüchen und gesinngsmäßig gefaktem Gelaber anzuheizen. Auch jetzt, weil griechische Politiker wieder die Reparationszahlungen auf den Tisch werfen. Ich bin es einfach leid, mir daraufhin im Strassencafe´von blöden und oberflächlichen Nichtsraffern uninformierte Dröhnerei anzuhören. Daher diese epische Wiederholung von Dingen, die auch wir längst geschrieben, gepostet und gesagt haben.

Sowas kommt eben davon, wenn man täglich eine neue Sau durchs mediale Dorf treibt und das Kurzzeitgedächtnis der Lemmikaken gerade mal vom morgendlichen Yuutuben-Besuch (oder Frühstücks-TV) bis zum abendlichen Fake bei Instagramm (oder Tages- / Talgshow)  reicht.

H.H. ex „FOR SALE“    copyrigth by River & Sea Maritim 2019

 

 

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Auf ein Neues ?

Es ist wieder Spring- und Shoppin-Time !

Und auf den Plätzen tummeln sich die wintermüden Bürger zwischen den Ständen. Man hat zwar immer noch Diät bzw. Fastenzeit, sieht das aber nicht so eng und gönnt sich den üblichen Sauf & Mampf an den überteuerten Goumand- und Feinschmeckerständen. Einige, vermeintlich italienische, Anbieter von großen Käseleibern,  Salamiwürsten und ähnlichen südländischen Köstlichkeiten haben jedoch seltsamerweise bulgarische KFZ-nummern und sprechen wenig italienisch. Macht nix… Hauptsache Euro ! Nicht weit entfernt, auf speziellem Zentralplatz, tobt das Streetfood-Event mit seinem vorgeblich internationalem Fast-Food. Ebenfalls überteuert und nicht immer „orginal“ ! Um dem zu entkommen schlendere ich durch die Einkaufsstrassen.. Es ist ja bald Ostern und man kann schon mal Eier ähhh Besonderheiten suchen ?

…und führe uns nicht…

So ertönt auf der Shoppingmeile, direkt vor dem Sexshop, die jammernde Stimme einer polnischen Migrantin : „Vadder unsriges (aber  schön genderkorrekt, da neutrum ?), der du bisd in Himmäl, fiehre uns nich in Värrrsuchung, sondern erleese uns von die Ijbel ( nicht mehr genderkorrekt, eigentlich neutrum ?) Beate Uhse; Amen.“

Das jedenfalls scheint der Boss oben gehört zu haben, jener Ehemann der seufzenden Schamhaften kehrte mit offensichtlich weiterhin bestehender hormoneller Disharmonie aus dem Laden zurück : „Hab versucht, geht nix… zu teiär, nur mid Stroom un Firma iss kaputt.“ Worauf die erleichterte Lebensabschnittspartnerin einen dankbaren Blick zum Himmel warf.

Was sehen meine, vom Marktgrill entzündeten, Augen wenig später im Provinzblatt ? Dieser Vereinsvorstand der klerikalen Gutmenschen hat offiziell bekannt gegeben, dass jenes allgemein bekannte „Vater unser“ im Text nicht mehr adäquat sei. „Jouw“ so dachte ich : „nun ist auch der oberste Vorbeter dem Genderwahn verfallen und benennt das um in : „Mutter unser..“. Was nun aber weder genderkorrekt wäre, noch wird so eine neue Regierung von das Merkel herbei gebetet ? Wenn schon neutral, dann aber „Himmlisches Dreigestirn“ oder so ähnlich. Dumm dabei ist aber bislang, dass Gott-Vater, Gott-Sohn und der heilige Geist nun mal drei Mannbilder darstellen. Nix iss da mit himmlischer Emanzipation, ausser jener unbefleckten Empfängnis, wo man ja bis heute nicht weiß, wer da der Samenspender war.

Beim Lesen bemerkte ich, dass etwas anderes angesagt war.  Es ist an Realitätsferne kaum zu überbieten, was manche klerikalen Frömmler so in die Welt setzen. Gerade jetzt muss er (Ostern naht) in den, von Konsumterror heimgesuchten, Ländern sich nen Kopp machen um textliche Merkwürdigkeiten ? Ja wo sam`mer denn ? Jener moderne Textdeuter und klerikale Blödsinnsucher möchte eine Stelle in dem Gebet verändert wissen : „und führe uns nicht in Versuchung“. Bislang war das eine durchaus gängige und allseits verstandene Bitte von Gläubigen, welche sich steter Reizüberflutung unserer modernen aufgeklärten Gesellschaft ausgesetzt sehen. Vor allem, seit die bigotten Amis „Sex sells“ als Glaubensdekret importiert haben. Nach dem Motto : „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“ war das Gebet bisher als Wolllust hemmendes Stoßgebet (Wortgag ?) den Klerikalen willkommen.

Nun scheint man in Rom nichts Besseres zu tun zu haben, als den obersten Boss, von der vermeintlichen Anklagebank des Verführers zu befreien ? Da widerspricht sogar ein teutscher Bischoff, indem er die Ansicht vertritt : „Wenn Gott sowieso alles lenkt und für Jedwedes verantwortlich ist, dann auch für die Versuchungen. Er lasse im Gegenteil diese existieren, damit Gläubige ihre Standfestigkeit und blinden Glauben beweisen können. Im Übrigen sei es eine korrekte Übersetzung aus dem griechischen Original.“ Offensichtlich haben die Griechen nicht nur die Demokratie erfunden ? Was jetzt, so man dem (trotzt momentam Diat- und Fastenwahn) folge, umsatzschädigende Willensstärke erfordern würde, welche so aber nun dem Marketing widerspräche.

Gerade heute ist doch absoluter und willenloser Konsum verordnet. Wie kann da der realitätsferne Träumer in Rom als Textänderung beschließen : „..und lass uns nicht in Versuchung geraten.“ Nach Definition moderner Werbung ist doch gerade diese „süße Versuchung“ wohl absoluter Verkaufsschlager. Es verwundert auch nicht, bei all jenen Pornoseiten im Web und den möglichen Downloads (vom Himmel hoch…eher nicht ?), dass Beate Uhse nicht mehr als die angesagte U(h)sance (schon wieder ein Wortgag) im Bussines schwebt. Was aber nicht als Erfolg bigotter Gebetsleiernden (genderkorrekt) zu sehen ist. Ganz im Gegenteil.

Die Versuchung in jeglicher Art wird heutzutage von konsumaffinen Lemmingen als „Selbstverwirklichung“ oder „Anreiz zur individuellen Lustbefriedigung“ plakatiert. Das hält auch emanzipierte Shopping-Queens nicht davon ab, an jeder Boutiquenkasse – wenn die Scheckkarte quietscht – ein Stoßgebet nach oben zu richten : „Vater unser.. der du im Bankcomputer sitzt, gib dass mein Konto noch gedeckt ist… Amen.“ Selbst wenn es das Einzige ist, was da gedeckt wird ?

Man fasst es ja nicht, an was Vorbeter in Rom denken. Anstatt jene Übel dieser Welt anzuprangern und österlich Spenderfreude anzukurbeln, küren sie da plakativ jene  „Fehlformulierung des Jahres“ ? Da möchte man fast einen Versuch starten, jeder Versuchung zu erliegen, um sich eine andersgeartete Erlösung zu verschaffen ? Frohes Osterfest und dicke Eier, was immer sie auch feiern mögen…

 

H.H. ex  FOR SALE  copyright by River & Sea Maritim 2018

 

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Autonomes Fahren ?

Hab schon länger hier nichts mehr geschrieben, da ich am Lektorat meiner Bücher arbeite. Wenn das fertig ist, kommen auch hier wieder vermehrt Texte. Obwohl die natürlich auch in Büchern zu lesen sind. Daher jetzt nur mal, weil es mir auf den Keks ging :

Autonomes Fahren ?

* Text Wiki… Unter autonomem Fahren (manchmal auch automatisches Fahren, automatisiertes Fahren oder pilotiertes Fahren genannt) ist die Fortbewegung von Fahrzeugen, mobilen Robotern und fahrerlosen Transportsystemen zu verstehen, die sich weitgehend autonom verhalten.

Was ein hirnfreier und sprachlich sinnblöder Stuss ! Die Marketingfuzzys sind noch zu sprachresistent, um zwischen„autonom“ und „automatisch“ zu differenzieren. Denn ein „automatisches Fahren“ wäre ohne Befehl etc.. also selbsordernd. „pilotiertes Fahren“ ist immer noch mit „Pilot“ also Fahrer ! Auch eine Drohne wird schließlich gesteuert ! Aber das Wort hört sich so modern und zukunftsorientiert an ? Obwohl es doch (siehe u.a. Hamburg) gelegentlich doch einen politisch bedenklichen Anklang hat ?

* Vom Ursprung des Wortes her ist das Kraftfahrzeug schon immer autonom: Der Begriff „Automobil“ besagt, dass sich ein Gefährt, ohne geschoben oder von Tieren gezogen zu werden, wie von alleine fortbewegt.

Nein ist es nicht ! Es bewegt sich nicht von alleine – siehe Erklärung „autonom“ ! Nur weil es nicht von Tieren gezogen oder nicht geschoben wird, ist es nicht autonom. Es bedarf eines Antriebes, der auch nicht von alleine loslegt ! Und das Ziel sollte tunlichst auch irgendwie an das Fahrzeug weitergegeben werden ? Oder rät das z.B. bei unseren Damen der Schöpfung, die Lieblingsboutique ?

* Seit in Fahrzeugen Mikroprozessorsysteme, Sensoren und Aktoren zusammenwirken, erfährt der Autonomiebegriff eine Präzisierung:

Mitnichten ! Sondern eine sprachliche Verblödung, wie in Marketing und Werbung heute üblich. Man könnte da sagen : „computergesteuert“, „automatisch fahrend“ oder auch „ weitgehendst digital und dem analogen menschlichen Versagen entzogen“ ?

* Das Fahrzeug macht nicht den Fahrer autonom, sondern es fährt selbständig.

Nööö. Der Fahrer fährt, zumindest in den meisten Entscheidungen „autonom“. (hoffentlich !) Das Fahrzeug nicht ! Weil es sich nicht selbst betankt, selbst wartet und ohne Leitsystem auskommt, ist es nicht autonom !

* Autonom : laut Lexicon etc. = selbstständig, unabhängig, eigenständig, eigenverantwortlich, souverain – frei von Befehlsgewalt, nicht von etwas beeinflusst, nicht fremdbestimmt.

Das Automobil, noch dazu im heute möglichen Strassenverkehr, macht nichts von alldem ! Lediglich eine Automatisierung der Technik im Fahrzeug, welche es erlaubt, gewisse Tätigkeiten dem Computer zu überlassen, macht einen gewissen Komfort und eventuelle Bequemlichkeit aus.

Was in unserer momentanen Strassen- und Verkehrssituation absurd und unmachbar ist. Wir bekommen ja nicht einmal, wie in Südamerika oder Asien, das mit Sammeltaxis und anderen, günstigeren gemeinschaftlichen Verkehrsmittelnutzung auf die Reihe. Auch wenn da diverse Politschranzen etwas von „Busverkehr für umme“ fantasieren.

Solange jeder Deutsche mit seinem liebsten Spielzeug solo in die Stadt oder zur Arbeit fahren will,  die Bahn ihre Probleme hat,  der Nahverkehr mit Bussen zu teuer ist…..

Solange die Strassen und Brücken marode sind, die Infrastrukur in Städten zu eng und zu unübersichtlich, verstopft mit Staus gesperrt ist….uvm…

Solange auf unseren Autobahnen bei Hitze die Decke hoch geht, es zuviele Baustellen und Staus gibt…

Solange wird ein entsprechend durchdachtes Leitsystem (denn ein solches wäre da notwendig) bei uns nicht hinhauen.

Ein selbstständig fahrendes Auto ohne Leitsignal etc etc, birgt viel zu viele Gefahren. Nur weil ein paar Testmodelle mal gewisse Strecken geradeaus und ohne Extremsituation gefahren sind, ohne Blechschaden zu machen (Dunkelziffer der Tests ?)  ist das so nicht sicher ! Die Technik- und Computergläubigkeit der konsumgeilen Lemmikaken wünscht sich natürlich – wie im TV-Zukunfts-Movie –  eine solche Möglichkeit. Wenn man jedoch an die diversen Projekte denkt, die bei uns an die Wand gefahren wurden z.B. Abgas etc. so kann man offensichtlich der Autoindustrie nicht trauen. Über den automatisierten Weg schon mal garnicht !

Ansonsten dürfte es wohl – bei viel gutem Willen, der kompletten Änderung unserer Verkehrsinfrastruktur, wieder mal neuen Automodellen (wobei Elektro-Autos noch nicht einmal flächendeckend auf dem Markt sind), dem Umdenken der KFZ-Nutzer hin zu Gemeinschafts-Verkehrsmittel und weg vom einzelnen Transportmittel vielen anderen Notwendigkeiten – immernoch viele Jahre dauern, bis so etwas überhaupt zu realisieren ist. Dazu müssten wohl auch unsere Städte umgebaut werden.

Also wieder einmal politische Nebelkerzen, welche geworfen werden, um  konsum-hörige Lemmikaken von Abgasskandal, Mautquerelen, E-Auto-Mangel, bestehender Luftverschmutzung (die Rechenfehler sind inzwischen offensichtlich. Trotzdem hält sich die Lüge von der tollen Luft in Städten weiter !) von der Realität abzulenken.  Unsere Autobauer laufen sich schon warm, um den blöden Usern ihre neuesten Modelle zu ver-drücken, welche diese dann nur partiell nutzen können. Denn was jenes so schöne Zukunftsbild in jeder Werbung mit der realen Verkehrssituatuion bei uns zu tun hat, möchte wohl keiner wissen ? Man hat ja auch teuer für ein umweltgerechtes Auto bezahlt und den Betrügereien der Industrie geglaubt. Und Steckdosen für die neuen Autos sind auch noch nicht neben dem Briefkasten montiert ?

Da wir weder aus der Geschichte, noch aus Erfahrung lernen, freuen sich die Banken schon auf die ersten Kreditaufnahmen für die „autonomen“ Schulden, deren Objekte dann – ganz autonom – im Stau stehen ?

Irgendwie beleidigt solche Fatamorgana meine Intelligenz. Wieso ist Betrug in dieser Form nicht justiziabel bei uns ?

 

H.H. ex „For sale“     copyright by River & Sea Maritim 2019

 

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Narren-Ghetto oder Alm-Auftrieb ?

Niemand hat vor eine Mauer …ääähhh… einen Zaun zu bauen ?

Ich rieb mir am vergangenen Weekend die Augen, als ca. 8 Wochen vor Christmas, ein verdächtig nach Weihnachtsmarkt aussehender Verkaufsstand auf einem Altstadtplatz positioniert wurde. Ich war ja gewohnt, bereits an Ostern Lebkuchen und Christmas-Gebäck in Supermärkten zu sehen. Aber man versicherte mir : „Nööö, noch kein Weihnachtsmarkt. Am Wochenende ist Herbstmarkt.“ Als ich nach dem Unterschied zum „Sternenmarkt“ (hiesiger Christmas-Verkaufsevent) fragte, hieß es : „Nix… Hauptsache Verkaufsevent !“ Der Stadt ist offensichtlich daran gelegen, kein Weekend ohne Event verstreichen zu lassen. Es könnte ja sein, dass die Bürger sonst einmal etwas Sinnvolles mit ihrer Freizeit machten ?

Gestern spazierte ich über den anderen Altstadtplatz, wo man gleich neben jener ehemaligen „Davidswache“ etwa 4-5 Toiletten-Container aufgestellt hatte. Man war gerade dabei etwa 4/5tel des Platzes (kaum größer als ein Fussballfeld) mit Absperrung und Sichtschutzzäunen zu versehen. Überall in der Altstadt waren Verkaufshäuschen für den, in 3 Wochen stattfindenden, Weihnachts-Ausverkauf aufgebaut. Nur hier nicht ? Also fragte ich, welcher Politiker den da am Weekend, schön eingezäunt (Man könnte aber auch Tomaten über den Zaun werfen ?)  seine Rede schwingen wolle. Daher hieß es : „ Morgen ist der 11.11.  also Karnevalanfang !“ Was bedeutete, obwohl doch gerade die Deppen und Dauerparty-Fans den Halloween-Horror hatten, dass schon wieder eine Fress-, Sauf- und Popp-Party stattfindet. Nur eben als Karneval getarnt.

Als ob hier nicht das ganze Jahr über genügend Narren herumlaufen und dauerhaft kostümiert aussehen. Über einen Mangel an Horrorgestalten und botoxierten Hexen kann man auch nicht klagen. Also hatte man die übliche gesellschaftliche Angstmache dazu benutzt, umsatzträchtig und gewinngenerierend, ein Areal zu schaffen, wie es auf Kreuzfahrtsdampfern üblich ist. Wenn die Lemmikaken erst mal an Bord sind, können sie nicht mehr weg und werden umsatzfördernd abgegriffen. So auch hier. Die Narren durften Eintritt bezahlen, um der Ehre teilhaftig zu werden, dortselbst kräftig abgezockt und bespaßt zu werden. Zum Feiern wurden sie dort eingesperrt, damit sie in Ruhe (das wüsst ich aber !) fressen, saufen und poppen konnten, ohne von normalen Bürgern belästigt zu werden ? Das hat was von Narren-Ghetto oder sogar, wenn man die geschmückten Kühe sieht, von Almauftrieb. Man fragt sich bei solch vermeintlichem Sicherheits-Stuss, wo den unsere Freiheit geblieben ist, wenn man zum Feiern und Amüsieren eingezäunt werden muss. Oder geht es doch nur darum, somit konzentrierter Umsatz machen zu können ?

So ließen sich auch die Toiletten-Container erklären, welche man anscheinend bei der Menge Alkohol und Fast-Food, die dort verdrückt wird, sicherlich reichlich frequentiert. Die umliegenden Kneipen hegten jedoch die Hoffnung, dass es doch einigen Suffköppen gelingen würde, aus dem Dumpfbacken-Knast auszubrechen und ihre Lokalitäten zu besuchen. Wenn man das Gegrabsche und Gemenge diverser beschickerter Weiber sah, hätten sie eigentlich auch gleich Betten aufstellen können. Auf dem Weg zu meinem Stammcafe´ umrundete ich bereits mehrere Stellen, an denen offensichtlich wurde, dass auch Andere das Ganze zum kotzen fanden. Glasscherben, leere Flaschen und reichlich Müll lagen ebenfalls herum, obwohl es erst 12.30 Uhr war.

Man möchte sich garnicht vorstellen, was für einen Eindruck die vielen Touristen von der Stadt bekamen, die ja beileibe nicht alle wegen Karneval hier waren. Sehr viele machen ihre Herbst-/Wintertour vonwegen Wein, Zwiebelkuchen und vorweihnachtlich geschmückten Altstädten. Daher dürfte der Müll, das Gegröhle und die (wie hier üblich) viel zu laute Musik nicht gerader anheimelnd wirken ? Dann wurde es merkwürdig und richtig schräge. Denn genau in der, von Beschickerten bevölkerten, Altstadt hörte ich schon von weitem die „Dicke Backen Musik“ spielen. Aber keine Sauf- und Malle-Songs, sondern : „St.Martin, St.Martin….“ und „Rabimmel, rabammel, rabumm…Laterne…“ Am vermüllten Strassenrand glotzten bezechte Karnevalisten auf einen St.Martins-Umzug und versuchten vergeblich „Helau“ gegenan zu brüllen. Die Mütter der erleuchteten Kleinen waren erzürnt und angeekelt, was den Kindern offensichtlich auch alles sehr merkwürdig vorkam.

Wieso man im gleichen Viertel – wo der Karnevals-Palaver der Altstadtkneipen mit besoffenen Hirnies, Glasscherben und Gegröle tobt – den Kindern vorführt, wie toll es doch ist, wenn Erwachsene feiern… ist unerklärlich. Wieviel gastrogeile Blödheit muss man haben, um so zu planen ? Oder wollte man beide Events vereinen um somit auch jedermann am Feiergebräuchen teilhaben zu lassen ? Man hätte auch den Martinszug am Rhein machen können, anstatt die Zugstrecke genau durch die mit Narren gefüllten Gassen zu leiten. Ein Glanzleistung der umsatzgeilen Planer und Traditionsverderber. Falls diese Gastro-Bespaßer nicht ihren  Publikumsjoker ziehen können, so kann ich gerne mit ein paar Anlässen dienen, welche an diesem Tage ebenfalls gefeiert werden könnten. Oder zu welchem eventuell, örtliche Politschranzen mal wieder dröhnende Reden (im wahrsten Sinne des Wortes) vom Zaun brechen könnten. Wenn doch schon eingezäunt und auch gebrochen wurde…..  Da wären am 11.11. :

*  1493: Christoph Kolumbus entdeckt auf seiner 2. Reise die Antilleninsel St. Martin.

Wo man wirklich Karneval feiern kann und zwar ohne Vereinsmeierei und uniformiertem Humor.

* 1842: In Pilsener Gasthöfen wird erstmals in der Geschichte des Bieres nach Pilsner Brauart ausgeschenkt, basierend auf dem von Josef Groll erfundenen Sud.

Was man auch zum Anlass nehmen könnte 1-2 gepflegte Bierchen zu kippen. Auch ohne Groll zu hegen, hat das hier übliche Komasaufen karnevalistischer Party-Dumpfbacken mit lustig sein nur bedingt etwas zu tun.

* 1843: In Dänemark wird das Märchen „Das hässliche Entlein“ von Hans Christian Andersens veröffentlicht.

Sieht man diese bemalten und behangenen Gänse, die beschickert durch die Altstadt kreischen, wäre einem eventuell ein häßliches Entlein entschieden lieber !

* 1916 Waffenstillstand von Compiègne beendet Kampfhandlungen des I. Weltkriegs. Der Krieg fand seinen Abschluss mit Unterzeichnung der Pariser Vorortverträge.  Kaiser Karl I. erklärt den Verzicht auf Staatsgeschäfte im austrianischen   Teil der Donaumonarchie. Die deutschen Truppen in Warschau werden von Polen entwaffnet. Der Regentschaftsrat und die Lubliner Regierung legen die Staatsgewalt in Piłsudskis Hände. Das Regentschaftskönigreich wird unabhängige Republik. Elsass und Lothringen erklären ihre Unabhängigkeit als Republik Elsass-Lothringen, die nur kurz dauert, da die Franzosen einmarschieren.

Das dürfte zwar hierzulande, bei diesem neu erweckten Nationalismus, wohl kaum auf Feierfreude stoßen. Aber in England und Ländern des Commonwealth wird dieser Tag als „Remembrance Day“ benannt (auch „Poppy Day“ oder „Armistice Day“). Ein Erinnerungstag für Gefallene des I. Weltkrieges. In Belgien, Frankreich, USA wird er auch: „Veterans Day“ genannt. Nicht dass ich etwa den alten Kameraden das Wort reden wollte.

*  1930: Albert Einstein & Leó Szilárd erhalten in USA das Patent Nr. 1.781.541 auf ihren erfundenen Kühlschrank.

Auch dies dürfte, für alle Freunde eines gut gekühlten Bieres, Grund zum feiern sein ? Was würde die heutige Konsumgesellschaft ohne veritablen Kühlschrank machen ?

* 1933: In Österreich führt das austrofaschistische Regime die 1920 abgeschaffte Todesstrafe für Mord, Brandstiftung und „öffentliche Gewalttätigkeit durch boshafte Beschädigung fremden Eigentums“ wieder ein.

Das scheint doch bei einigen braungesinnten Wohlstandsbürgern wieder Gefallen zu finden ? Graphitis und andere Demorückstände werden boshaft mit dem Tode betraft. Offensichtlich reicht da manchen nicht der eigene Hirntod ?

* 1977: In Spanien hebt die Regierung, etwa 2 Jahre nach Francos Tod, die Filmzensur auf.

Was braucht es heute Zensur, wenn man sowieso einen Filmriss durch Allloohohl hat ? Was diese sogenannten filmischen Werke anbetrifft, welche u.a. das Dumpfbacken-TV den teutonischen Couchsitzern offeriert, so wäre da durchaus eine Zensur angebracht. Weniger aus Gesinnungsgründen, sondern wegen optischem Müll und der Tatsache, dass die dortigen Formate den Tatbestand geistiger Körperverletztung erfüllen.

Und nun noch etwas heutzutage übliches, was für die meisten Lemmikaken genügend Grund zum feiern ist.

* In Asien und vielen Regionen der Welt wird der 11.11. als Tag der Singles (Singles’ Day) gefeiert. Er ist in China so beliebt, dass der 11. November inzwischen der größte Onlineshopping- Tag der Welt ist.

Nun kann ich ja verstehen, dass man im übervölkerten China den Tag der Singles feiert. Dass man dies aber, von der Couch aus online tut, wirft ein spezielles Licht auf deren Feierlaunen. Ihr Karaoke ist auch etwas anderes, als unser Narren-Ghetto. Da stellt sich auch kaum die Frage, was für die Menschheit besser wäre. Zumindest das Bussines hält sicherlich mehr von Online-Bespaßung der Narren..

Demnächst sind wir soweit, dass der deutsche Humor (oder was diese Vereinsmeier darunter verstehen) nur noch in umzäuntem Areal und unter Zuhülfenahme von mindestens 3 Liter Alloohohl öffentlich bezeigt werden darf.  Wenn ich gewisse mal Auswüchse davon erlebe und dieser grenzwertigen Partylaune teilhaftig werde, könnte ich fast auf den Gedanken kommen, dass es vielleicht garnicht so unteutsch ist. Man möchte eben unter sich sein und uniformierten Massenhumor kasernieren.

Kamelle … stramm geschwankt !

 

 

 

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Ignoranz als Gedankentanz ?

Da ich nicht alles ignorieren kann, habe mir Gedanken gemacht .

Sorgfältig verteilte Ignoranz ist die Basis jeglichen Wissens…

Dazu bedarf es jedoch einer bildungsbedingten Wissensbasis, damit man seine Ignoranz mit den Schubladen versehen kann. Schließlich muss man da zuerst sortieren, was man ignorieren will, was man zur Kenntnis nehmen möchte, eventuell nachliest oder gar abspeichert. Das wäre somit ein Ignore-Ranking, welches im Hirn vorgeschaltet sein muss, damit man nicht unnötige Denkzeit mit Betrachten und Lesen absolut unwichtiger und gefakter Dinge verschwendet. Eine Beurteilung : „Ist das jetzt Kunst und Kultur, oder kann das in diese Tonne ?“ erfordert zumindest eine Hör-, Sicht- oder Leseprobe. Man tanzt also gedanklich um das  Wahrzunehmende herum ? Blödsinn und geistiger Müll : „ja – nein“ wäre da einzig konsequente Wertung. Denn eine Zwischenstufe mit Sinnsuche oder Geistfindung kann Zeit kosten, die man anschließend als „vertan“ beklagt.

Wobei Zeit ja grundsätzlich, falls man sie denn tätig verbringt, nach Ablauf derselbigen, „vertan“ ist. Die Frage ist doch, ob man das für sinnvoll oder sinnlos erachtet. Dabei erscheint wieder jegliches Tun – auch vertane Zeit – welches man mit Erstbegutachtung verbringt, nie sinnlos. Denn diese Suche, als solche, hat ja bereits einen Sinn. Sinnlosigkeit wird vom eigenen Ranking definiert und dazu muss man eben zuerst etwas – wenn auch nur in Teilen – wahrgenommen haben. Also kommt man, auch zum Zwecke der Ignoranz, nicht um gelegentliche Stichproben herum. Alles andere wäre schlicht Denkresistenz, Bildungsverweigerung, Wahrnehmungsnegierung oder auch einfach Denkfaulheit ?

Moderne Ignoranz der Lemmikaken könnte man auch mit Verdrängung definieren. Obwohl es nun äußerst schwer fallen sollte, bei aller massiven Reizüberflutung , manches – oder gar alles – nicht wahrzunehmen, käme dies eher Taub- und Blindheit gleich. Da dies aber offensichtlich nur geistig der Fall zu sein scheint, muss es wohl ansonsten mit Verdrängung zu tun haben. Und selbst diese wird nun durch Konsumterror von Marketing und Werbung zielgerichtet gelenkt. Ignoranz ist weder zulässig, noch gewünscht und wird durch massiven Einsatz medialer Mittel verhindert, die bunt, grell und laut der Masse oktruiert werden. Weil Ignornaz, wie zuvor beschrieben, nur durch ein Mindesmaß an Denkarbeit funktioniert, wird jene geistige Verdrängungsebbe konsumgeiler Aufmerksamkeit keinesfalls durch irgendeine gedankliche Flut gestört. Man kann dies auch gut auf jenen asozialen Plattformen beobachten, wo zwar öfters der „Ignore“ Knopf gedrückt wird, jedoch trotzdem neugierig weiter beobachtet wird.

Das ist somit, wie das TV-Gerät bzw. diese laufenden Bilder. Sobald ein solches im Raum erscheint, kann man es nicht mehr ignorieren. Man schaut unwillkürlich hin, auch wenn der Ton abgeschaltet ist. Gleiches scheint offensichtlich per Schmatzfone zu wirken. Insofern wird Ignoranz durch Neugierde und Glotzsucht verhindert bzw. unmöglich gemacht. Da auch diese modernen Eigenheiten meistens von immenser Denkferne begleitet sind, schließt sich die Ignoranz, unter den zuvor erwähnten Umständen, von selbst aus. Somit ist es ähnlich der Beleidigung. Man kann nur jemanden beleidigen, der ja Wert auf das Urteil der Beleidigenden legt. Oftmals erfordert eine wirksame Beleidigung zumindest einen gewissen geistig gleichen Level.

Um jemanden zu ignorieren, muss ich zuvor diesen beurteilt haben. Was aber bei heutigen Dumpfbacken im Netz eigentlich so garnicht möglich ist, da dort ja anonym gepostet wird. Nichts-desto-trotz wird da gebashed und gemobbt, was das Zeug hält. Aber es gibt ganze Ignore-Listen. Das ist für mich dem Kleinkind vergleichbar das, mit Fingern in den Ohren und auf den Boden stampfend, laut skandiert : „Ich hör dich nicht, ich hör dich nicht !“ Aber trotzdem auf jede Ansage reagiert.

Ich weiche ab. Es ging, im weiten Feld der Ignoranz, um Sortierung bzw. Erlangen von brauchbarem Wissen. Nun verwechselt so mancher die sortierende Ignoranz mit : Eskapismus – unser genbedingter Fluchtreflex als Fluchtsucht ? Ein dauerwährendes Erschrecken mit ständig laufendem fluchtbereiten Geist ? Wir nannten sowas früher schlicht : „Muffensausen“.

Zurück zum Thema : Eskapismus ist, in seiner literarischen Form, die Flucht in jene Fantasie anderer oder in Bücher von goutierten Autoren. Wer die Realität flieht, weil man den Alltag scheut, ist jedoch in Büchern weit besser aufgehoben, als im deutschen TV-Programm. Was nun wiederum bei den Bestsellern nicht immer der Fall ist. Käufer von Bestsellern lesen eher selten bis garkeine kompetenten Rezensionen von neuen Büchern. Sie überlassen ihre Beurteilung und die Auswahl des Bücherkaufes dem Marketing der Verlage, medial gefakten Beurteilungen und fragwürdigen Buchkritikern, deren Bücher sie übrigens auch nie gelesen haben.

Trotzdem nutzt die Masse der Couchsitzer die Verdrängungsformate jener Abflusskanäle und zieht sich den geistigen Dünnpfiff rein, welcher der grenzwertigen Fantasie von durchgeknallten Tastenquälern/-innen und Werbeschleimer/innen entsprungen ist.

Dies betrifft nicht nur Drehbücher (heißt so, weil sich einem davon alles im Hirn dreht), sondern heutzutage auch diverse andere mediale Veröffentlichungen. Falls man also die Morgenzeitung lesen möchte – egal ob Print- oder Internetausgabe – wird man neben Fakten und News von so manchem Müll belästigt. Da kommt dann wieder Ignoranz zum tragen. Früher war mancher Zeitungs-Journalismus auch gut zum Einwickeln von Fisch oder Arsch abputzen. Geschriebene Bücher waren brauchbar zum Unterfüttern von Kommode und Schrank oder zum Erschlagen von Krabbelgetier. Heute bekommt man, von manchen Werken der betastenden Gilde, höchsten viereckige Augen und Hornhaut auf den Fingerkuppen. Das heutige Zeitungspapier macht schwarze Flecken, wo immer man es nutzt. Gedruckte Bücher sind meist softcover und somit nicht einmal zu einem verhörbedingten Kopfschlagen gut. Manche der Texte werden auch nicht zum Lesen geschrieben, sondern …  um gedruckt und verkauft zu werden. Man kann, so man denn einiges gelesen hat, auch diverse der Wort- und Schriftgewaltigen als Ganzes ignorieren, oder eben nur einige Werke. Wobei es nur gelegentlich vorkommt, dass gute Autoren sich ihrer eigenen Werke schämen ?  Da gibt es aber auch Idealisten.

Der Autor als Idealist und gutgläubiger Hoffnungsträger schreibt um die Welt zu verändern. Im schlechten Falle verändert sie sich aber mit rasender Geschwindigkeit in eine Welt, wo Geschriebenes kaum noch Wert hat, oder nur aus Kitsch und geistigem Dünnpfiff besteht. Selbst der schreibende Querulant und Spötter sieht sich im besten Falle einer Welt gegenüber, in welcher seine Kritik oft als Werbegag fehlverstanden wird und sein Spott, als zu abgehoben, lediglich noch Literatur-Kränzchen aufregt. Denn diejenigen, welche für eine bessere Zukunft schreiben und kämpfen, eignen sich ja meistens – im Falle das sie vermeintlich eintritt – dann nicht dazu…. dort zu leben oder gar verstanden zu werden. Vor allem dann nicht, wenn den meisten Menschen Denken, Schreiben und Lesen durch die digitale Demenz abhanden kam und mittels oktruierter elektronischen Helferlein obsolet gemacht wurde.

Jetzt kommen sie mir nicht mit Wissenschaft, Literatur und Universitäten ! Denn da denke ich stets an den, von mir so hochverehrten Terry Pratchett. Da meint jener Dekan der Unsichtbaren Universität sinngemäß zu Tätigkeitsmerkmalen seiner Lehrkörper: „Wir sagen da nur den Studenten wo die Bibliothek ist, plaudern ein wenig mit ihnen und promovieren die Überlebenden. Wenn sie auf Probleme stoßen, die ja in veritabler Anzahl durch die Gänge schweben, steht ihnen metaphorisch meine Tür immer offen….“   Wobei selbstredend jene Tür stets verschlossen ist… eben meta….  Von angeketteten Büchern und jenem absolut nicht zu ignorierenden Bibliothekar möchte ich jetzt garnich reden.

Übrigens misstraue ich sogenannten Bestsellerlisten und einem vermeintlichen Kultur-Ranking diverser Medien. Weil sie stets von Leuten verfasst sind, die erwiesenermaßen nur ihre eigenen Ansichten und Blickwinkel der lesenden Gesellschaft näher bringen möchten, sind sie kaum neutral.  Insofern ist dies Ranking, welches die ersten zehn bis zwanzig guten Werke beinhaltet ebenso eine Ignore-Liste, da sie andere Oevres nicht berücksichtigt. Das ist so manchem verengten Horizont einer, zwar fachlich versierten aber einseitig beleckten, Fachkompetenz zu verdanken. Also verbleibt es, wie oft im Leben, meinem eigenen Blickwinkel und eigener Kenntnis überlassen, wen oder was ich ignoriere. Was andererseits bedeutet, dass man offen sein sollte, für vieles. Nur nicht für Stuss, geistigen Müll, literarische Onanie oder sonstige ertasteten Unsäglichkeiten.

Ich muss gestehen, dass sich meine ureigene Ignoreliste, was Lesen und Schreiben anbetrifft, im Laufe der Jahre wohl auch geändert hat. Nicht, weil ich etwa die Richtung gewechselt habe, sondern weil doch neue Denkweisen oder Darstellungsmöglichkeiten gelegentlich zu bemerken sind. Ob es mir gefällt, oder nicht, hängt da aber immernoch von meiner eigenen Beurteilung ab und keinesfalls von alternativen Fakten, oder gefaktem Ghostwriting. Denn ich muss es ja schließlich lesen und mit dem dort wahrgenommenen Gedankengut leben. Also ist da sorgfältig verteilte Ignoranz  angesagt !

 

H.H. ex WORTBRUCH   copyright by River & Sea Maritim 2018
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Am Rädchen drehen ?

Ein Rad ab…

Der hat doch ein Rad ab !“ betitelt man jemanden, der oft die geistige Normalität (was immer darunter zu verstehen ist ) vermissen lässt. Gemeint ist also jemand : der spinnt, für bürgerliche Begriffe etwas seltsam scheint, sich merkwürdig verhält oder eben aus alltäglichem Verhaltensraster der Lemmikaken fällt. Bei mobilaffinen Autofahrenden (des Teutschen liebstes Kind ?) heißt es auch schon mal : „Der hat sie nicht mehr alle (die 4 Räder ?).“ Was auch bedeuten kann, dass Fahrrad- oder Dreirad-Usende (immer schön genderkorrekt) offensichtlich ein, zur Fortbewegung benötigtes, Rad zu wenig haben ? Wenn dann aber diese Person – der zuvor bereits eines als fehlend attestiert wurde – auch noch als „Fünftes Rad am Wagen“ bezeichnet wird, dann wären es doch wieder jene 4 Benötigten ?  Wobei das 5te. Rad wohl das Ersatzrad sein kann, welches oft dringend gebraucht wird. Grundsätzlich gilt : „Wenn das Rad ab ist, kann man auch nicht mehr dran drehen ?“ Ich weiche ab, denn mir fiel gestern beim täglichen Rundgang auf :

Diese Stadt hat ein Rad ab ! Aber sowas von……

Mir fällt zu dieser (und vorherig) dort erlebten Aktion da wirklich nichts Positives oder Vernunftbasiertes ein, mit dem man solch grenzwertige Aktion zum Nutzen der Bürger alibieren könnte. Nach gerade überlebter Lärm- und Saufaktion des Drängel-Marktes, wo jetzt noch Gehörgänge hallen und die Trommelfelle lärmtraumatisiert vibrieren; wurde schon wieder eine Bühne auf touristisch frequentiertem Altstadtplatz installiert. Etwa schon wieder solch plakatives  Kauf-Fress & Sauf-Event, welches diese Stadt in ihrer Einfaltslosigkeit als touristisches Highlight installiert hat ? Man lässt ja kein Weekend aus, um nicht irgendeinen Anlass konsumgeilen Lemmikaken anzubieten, die sich dann umsatzfördernd durch die Gassen der Stadt drängeln ? Daher der Name : Drängel-Markt.

Wobei es mit Markt, im eigentlichen Sinne wenig zu tun hat. Alle Geschäfte, die an einer Flanier- und Shoppingmeile liegen, erhoffen sich Gewinnmaximierung durch Aufbau von Ständen vor ihrem Fenster. Eine moderne Geschäftsidee ? Indem man die Waren den Leuten vor die Füsse platziert, stolpern sie quasi über die „SALE“ Angebote. Wer zu blöde ist, die Angebote im Ladeninneren (wegen eklatantem Mangel an fachkundigen Ladenschwengeln ?) zu selektieren, darf nun am Ständer auf der Strasse wühlen. Das dies, genauso wie jene Sandwich-Plakatschilder auf dem Trottoir (Wortstamm : vor sich hin trottende Trottel ?) eine gravierende Verkehrsbehinderung und so Gefährdung der Passanten darstellt, hat heutzutage noch keine Stadtverwaltung vom Kassieren der Gebühren abgehalten. Lediglich eine Durchfahrtsbreite für die Feuerwehr muss gewahrt bleiben.

Ein weiterer Effekt solcher Sale-Events ist, dass die kaufaffine (vorwiegend feminine) Masse anschließend die neu erworbenen Fetzen auf der Flaniermeile vorführt. Ich saß unlängst dort und habe mir die Parade der Eitelkeiten besehen. Vonwegen „individuell“ und „Mode nur für sie !“ Würden Strunz & Protz öfters in die spiegelnde Schaufenster sehen, könnten sie feststellen, dass sie nie alleine sind. Sowohl als drängelnde Masse, als auch in ihren Allerweltsklamotten. Weil nun das Ganze hungrig und durstig machen soll, sind auch genügend Volumina am Fast-Food und Fassgetränk vorhanden. Der Lärm (Unterhaltungs-Musik genannt) darf auch nicht fehlen und soll den Lemmikaken das Event unvergesslich machen. Falls man die Ohren und Trommelfelle befragt : „Jepp…dem ist so !“

Ach so… wir waren ja bei dieser Veranstaltung, jenem sogenannten „bunten Treiben“, das mit dem Motto „Rad-Tag“ stattfand. Bei dem man offensichtlich genau jenes Rad sucht, welches bei Verantwortlichen der Stadt „ab“ ist ? Oder wie will man mir diese öffentlich manipulierte Wahlwerbeaktion sonst erklären. Diesmal kein Verkaufsevent (nur etwas Fast-Food) welches mit Angeboten örtlicher Autohäuser geschmückt ist. Nööö… schlichte Wahlwerbung und Bürgermotivation ähhh .. -manipulation.

Als vermeintliche Umwelt- und Freizeit-Aktion, nebst Beratung und Diskussion, alibiert und dem Bürger als Informationsveranstaltung zum Mitmachen angedient. Hähhh ? Für wie blöde hält man eigentlich seine Lemmikaken ? Da sagte man mir : „Meckere doch nicht schon wieder ? Das war doch interessant und so aufschlußreich !“ Jaaa, Letzteres  für den mitdenkenden Bürger. Denn es stellte sich folgendermaßen dar – wenn man genauer hinschaute, sah man  :

* Auffällige Werbeaktion regionaler Fahrrad-Geschäfte bzw. der Hersteller (nein diesmal keine Autos !), die ja wohl, quasi als Nachschlag zum Drängel-Markt, noch dringend der Verkaufsförderung bedürfen ?

Dabei wurde auf einer Seite etwa ¾ der Platzlänge mit rot/weißem Band abgesperrt und so der nötige Durchgang für Gäste der Stadt und für Erholungssuchende Bürger, die dort gerne in den Cafes dort sitzen, verhindert. Auch ein Flanieren eventuell konsumaffiner Kunden wurde somit gestört. Warum ?

* Man hatte dort einen schlangenförmigen Parcour mit rot/weißen Pilonen aufgestellt, wo unsere lieben Kleinen mit Fahrrädchen – wie auf dem Idiotenhügel – Runden drehen sollten. Das war so als Werbe-Gag vom größten Fahrrad-Shop der Stadt installiert. Blöder geht’s nicht, denn :

1) dort ist Altstadt-Strassenpflaster, welches schlecht verlegt – die Fugen zu breit und somit für schmalere Rädchen unfallträchtig – ist. Dies so schon länger konstatiert von Rollstuhlfahrenden, Kinderwagen-Muttis, Nutzern von Stützrädchen am Fahrrad (es war ja Rad-Tag !) und Senioren mit Rollatoren. Somit quälten da spielrestistente Erzeugende ihre nörgelnden Päns durch die Strecke, da jedes Loch entsprechend stoppte.

2)  Solche Übungen macht man doch auf flachem und freiem Platz. z.B. auf Parkplatz, am Rheinufer und auf Verkehrsschulungsgelände z.B. Schulhof etc. Es wären Möglichkeiten genug, um in dieser Stadt solche Aktionen dem Publikum nahe zu bringen.

3) Die Absperrung behinderte den freien Durchgang über den Platz für alle Bewohner und Touristen, die  Null-Bock auf das Wahlwerbegetrommel dort versammelter Parteien hatten. Welcher Hirnresistente hat denn sowas dort genehmigt ? Es gibt nun bessere Locations (siehe zuvor)

Aber nun zu den eigentlichen Verursachern, den Parteien welche ja  dort – unter dem Mantel von Umwelt und Freizeit für jeden Bürger – schlicht Eigenwerbung betrieben. Ja, wie ätzend ist das denn ? Gibt es nicht genug TV, Internet, APPs oder Aufmarschgelände, wo man solches tun kann ? Muss man denn dazu den  schönen Platz verschandeln? Um Bürgern etwas zu erzählen, was sie sowieso täglich spüren ? z.B. dass viel zu wenig Fahrradwege existieren. Und das seit Jahren !

Aber schön der Reihe nach…. wir leben schließlich in Teutonia und in einer der Top-Beamtenstädte. Da herrscht Ordnung. Da waren :

* Nein ! Die „AFD“ wurde nicht erblickt. Wahrscheinlich suchen sie ihr „appenes“ Rad  (Appene Fahrräder Deutschlands) ? Sie zählen auch weniger zu den Fahrrad-Fahrern, da bei ihnen mehr marschiert wird. Was keinesfalls heißt, dass in der Partei nicht etwa Radfahrer wären.

* Aber „Die Partei“ war da. Direkt vor dem Rathaus, als Alleinstellungsmerkmal, da alle anderen auf dem Platz nebenan Platz genommen hatten. Was sie aber keinesfalls daran hinderte ihre als „modern & youngstylish“ gemeinte Werbegags zu plakatieren. Denn da konnte man auf großer Leinwand lesen :

a) „Hier ihr Lieblingsschimpfwort, welches sie m Verkehr gerne benutzen würden, auf einem Zettel dran hängen !“ Haha… wie witzig ? Ihnen ist da anscheinend entgangen (hab sie drauf aufmerksam gemacht), dass einerseits – nur wenige Meter entfernt – bei den Gerichten (nein, nicht die zum mintnehmen !) sicherlich diverse solcher Titulierungen zu lesen bzw. zu bekommen wären; und andererseits diese per Paragraph 185 STGB mit Preisliste zu erhalten wären.

b) „Hier zu haben : „Fußpils“ Ein Bier für eine Spende“… Hähhh ? Wie bitte ? Ein Gag jagt den anderen ? Es war kein pegidierender Fussgruppen-Tag, sonder Rad-Tag ! Also wäre, wenn überhaupt, da „Radlerpils“ angebracht. Das aber entspricht offensichtlich nicht jenem grenzwertigen Humor-Myzeel dieser, ach so joungstylishen Parteiblödel ?

c) Ausserdem bezeichneten sie sich als „bougoise“, was wohl mehr der Bildungsresistenz vermutlicher Schulschwänzer entspricht, aus denen sich diese vermeintlich jugendliche Konstellation rekrutiert ? Dann sollten sie doch mal bei den Kollega der Linken nebenan vorbei schauen. Dort wird man wohl ihnen erklären, was es bedeutet. btw : Bourgeoisie franz. Bürgertum ist allgemein die Bezeichnung für wohlhabendes Bürgertum. Und ein Reizwort im Marxismus als Bezeichnung der herrschenden Klasse. Wollen die etwa der FDP Konkurrenz machen ? Mit Radfahren, abgesehen von jugendlicher Anschleimerei, hat es jedenfalls nix zu tun.

*  die FDP muss mir entgangen sein. Vielleicht, weil sie zu hoch auf dem „gelben Wagen“ sitzen ? Denn wenn da ein Rad ab ist….. das kennt man ja aus Western von der Wells Fargo.

* Die Linken waren auch da. Man scheint jeden neuen Aufwind (sehe ich eher als Magenwind ) zu nutzen, um Bürgernähe zu bezeigen. Was gerade in unserer anti-kommunistischen Kasernen- & Beamtenstadt wohl schwierig sein dürfte. Vor allem, wegen stringenter Absenz von Arbeiterklasse (jeglicher Klasse, da Provinz !). Man ist doch höchsten Dienstleister oder „Isch-AG…Alder !“ Ich regte sogleich an : ob man nicht wenigstens, da wir Rechtsverkehr in Teutonia haben, doch auf den breiten Bürgersteigen (war da wohl Reizwort ?)  am linken Rand so einen Streifen (natürlich mit rot !) für die Fahrräder markieren könne ? Aber wegen BREXIT wolle man trotzdem keinesfalls in Teutonia den Linksverkehr einführen… Wobei mir einfällt (Super Gag !), das ja Frau Wagenknecht  (Wagt der Knecht etwa, ein Rad abzubauen ?) nun dabei zu sein scheint, den Rechtsverkehr etwas mehr auf links umzuschifften ?

Trotzt Talfahrt in der Wählergunst, produzierte sich die SPD als soziale Partei mit  „Radfahren für alle“. Was sie politisch bei den C-Parteien (C : steht für Cash) ja ständig beweist ? Dieses genbedingte teutsche Untertansbewusstsein ist absolut kontraproduktiv für eigenständige Sozialpolitik. Wobei da alte Sozis, bei dieser Einheitspartei der großen Kopulation, im Grabe rotieren. Zumindest propagiert man seitens der Partei – so als Sicherheits-Motto – wenigstens eine Klingel, die nur links am Lenker montiert sein sollte.

Dem konnte ich zustimmen. Hatte ich doch gerade bei den geräderten Christdemograden klingelferne Fahrerei ihrer Rennrad-Racer moniert. Denn :

* Jene CDU war natürlich auch anwesend und drehte sprichwörtlich am jenem Rad, dass offensichtlich manchem fehlte ? Man verteidigte nun deren Pseudotoleranz, indem man vermeinte : „Das ginge alles nur, wenn man  miteinander reden würde und da nicht immer nur eine Seite sehen könne Bla..Bla..“  Hähhh ? Das sagen gerade die ? Als ich da frozzelte, das nun die rechte Seite am Rheinweg (gemeinsamer Freizeitpfad), zumindest in einer Flussrichtung (das ist hier die Frage… in welcher hätten sie denn gerne ?), leider diejenige mit dem Wasser wäre und die andere Seite vom Bahndamm begrenzt sei….. konnte man dort auch nicht entscheiden, wer nun links oder rechts mobil sein dürfe. Hauptsache es ginge voran !

Überall lagen viele Bröschüren überall herum. z.T. die reine Wahlpropaganda und alle wollten unbedingt miteinander reden. So war auch eine Podiumsdikussion angesetzt (ich hab sie mir erspart, da ich evtl. zu Zwischenrufen neigen könnte), auf der mal wieder nur Politnasen vertreten waren. Wie üblich, ist von denjenigen, um die es geht, meistens ja niemand dabei. So zu bemerken an Ständen und bei anderen Gelegenheiten. Das Thema Behinderte bzw. Rollstuhlfahrer wird nirgendwo wirklich thematisiert und es fehlt hier überall an barrierefreien Wegen, Rampen und Parkplätzen. Die als Alibi mancherorts installiert wurden, sind oft dermaßen blödsinnig ausgerichtet und plaziert, dass Rollis dort Probleme (siehe auch die viel zu breiten Spalten im Pflaster !) mit einer vernünftigen Benutzung haben.

Wenn jemand auf Räder angewiesen ist, dann doch (ausser Kinderwagen, Rollatoren und Einkaufswagen) die Rollstuhlfahrer. Das Problem wird in dieser unserer Stadt aber sehr stiefmütterlich (vonwegen „Mutti for everybody“ ?) behandelt und es scheint wohl nicht werbewirksam genug zu sein. Nicht nur hierbei, sondern auch bei dem Thema Räder überhaupt, sind uns die Holländer um Meilen voraus. Aber darum ging es doch da auf dem Platz eigentlich garnicht….

Man machte dem Bürger schon klar, dass man ja nicht das Rad neu erfinden wolle.. döde… jo wörde… könnde (örtlicher Dialekt). Aber an selbigem drehen dürfe man doch mal ? Und schließlich lässt sich über den Freizeitsektor nicht nur eine konsumaffine Gewinnmaximierung transportieren, sondern bestens auch politische Botschaften an unser Volk verdrücken. Ach, was ist man doch gerädert…. nach solchem Stuss.

Nun ist es vorbei mit dem Wahnsinnssommer. Es stürmt und kann regnen. Was mich nun wieder ruhig schlafen lässt, auch in der Hoffnung, dass diese Stadt wohl keinen Regenschirm-Tag veranstalten wird. Oder……. ?

 

H.H. ey  Plattes & Geformtes    –  copyright by River & Sea Maritim 2018

 

 

 

 

 

 

 

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